Andrea Petkovic, Sandra Reichel, Dietloff von Arnim, Hamburg

Bereits seit 2021 findet wieder jährlich ein Damenturnier in Hamburg statt. Grund dafür ist vor allem die Turnierdirektorin Sandra Reichel, die 2021 zusätzlich zu der 500er-Lizenz der Herrentour auch eine Lizenz für ein Damenevent in die Hansestadt holte. Zeitweise fanden sogar beide Turniere parallel statt und lockten Tennisfans an den Rothenbaum. Nachdem Reichel die Lizenz aber im vergangenen Jahr kurzzeitig abgeben musste, aber dennoch ein Damenturnier der 125er-Kategorie in den Norden Deutschlands holte, kehrt in diesem Jahr wieder Normalität ein.

Das Herren-Turnier, das mittlerweile einen neuen Lizenzinhaber hat, wird neuerdings im Mai ausgetragen. Das WTA-Turnier in Hamburg verbleibt aber bei dem ursprünglichen Termin, nämlich in der Woche nach Wimbledon, vom 13. bis 20. Juli 2025.

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Sandra Reichel: „Ich bin so nervös!“

Am Freitag, den 4. April 2025, gaben Sandra Reichel und ihr Team nun weitere Details über die diesjährige Ausgabe bekannt. Mit Andrea Petkovic kam auch die Botschafterin des Turniers zur großangelegten Presseveranstaltung in der Speicherstadt in Hamburg.

„Ich bin so nervös wie vor meiner allerersten Pressekonferenz bei dem ersten Turnier“, gab die Turnierdirektorin Reichel schmunzelnd zu. Ein paar Sekunden brauchte sie, um ihre Fassung zurückzugewinnen. Doch eine Emotion überwog viel mehr als die Nervosität: „Ich bin so happy!“, verkündete sie freudestrahlend.

Seit 2021 veranstaltet Turnierdirektorin Sandra Reichel das Damen-Turnier in Hamburg.

Seit 2021 veranstaltet Turnierdirektorin Sandra Reichel das Damen-Turnier in Hamburg. 

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WTA Hamburg: Mit neuem Namen in die neue Saison

Der Grund dafür: Das Turnier der 250er-Kategorie hat nicht nur einen neuen Titelsponsor, sondern auch schon die erste Spielerin in der Pipeline, die ihre Zusage gegeben hat.

Ab sofort übernimmt nämlich die weltgrößte Reederei MSC das Hauptsponsoring des Turniers, was bedeutet, dass das Damen-Event fortan einen neuen Namen bekommt: MSC Hamburg Ladies Open. Vorerst ist die Partnerschaft auf zwei Jahre ausgelegt.

„Es ist unglaublich wichtig, dass wir dank des Titelsponsorings von MSC nun noch mehr Planungssicherheit haben. So können wir das Event, das jetzt schon zu den bedeutendsten Frauensport-Veranstaltungen der Stadt und Norddeutschlands zählt, noch besser weiterentwickeln“, so Reichel.

Die ehemalige Top-Ten-Spielerin Andrea Petkovic ist auch 2025 die Turnierbotschafterin der MSC Hamburg Ladies Open.

Die ehemalige Top-Ten-Spielerin Andrea Petkovic ist auch 2025 die Turnierbotschafterin der MSC Hamburg Ladies Open.

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Erste Spielerinnen-Zusage für Hamburg – mit einer ganz persönlichen Geschichte

Ebenso erfreut waren Reichel und die ehemalige Top-Ten-Spielerin Andrea Petkovic, bereits die erste Spielerin verkünden zu dürfen, die im Juli am Rothenbaum aufschlagen wird: die deutsche Nummer eins Eva Lys.

Mit der 23-Jährigen verbindet Reichel eine ganz persönliche Geschichte, denn seit mehreren Jahren betreut sie die Hamburgerin als Beraterin: „Vor drei Jahren war Eva quasi noch die Nummer 643 der Welt. Ich habe immer gesagt, dass ich irgendwann einmal eine Spielerin unterstützen will. Ich bin eigentlich Österreicherin, aber in Österreich gab es keine. Dann hat mir jemand Eva vorgestellt“, berichtet Reichel über den Hintergrund der Zusammenarbeit. „Ich war damals bei der Familie zu Hause und dachte mir: ‚Das ist es jetzt. Ich will die Familie und die Eva unterstützen. Und jetzt ist sie die Nummer eins in Deutschland. Das ist für mich sehr schön, wir haben ein sehr enges Verhältnis“, sagte Reichel stolz.

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Andrea Petkovic über Eva Lys: „Genau das infiziert das Publikum!“

Ebenso begeistert ist Ex-Profi Petkovic, die jetzt nebenher auch für den Deutschen Tennis Bund als Beraterin für DTB-Talente tätig ist: „Sie spielt modernes Tennis, spielt unheimlich schnell, kann den Ball früh nehmen, kann Punkte und Ballwechsel dominieren. Sie hat einen guten Return. Das sind alles Eigenschaften, die man im modernen Tennis haben muss. Deshalb ist sie auch bei den Australian Open unter die letzten 16 gekommen“, erklärte Petkovic gegenüber Tennis Channel DE.

Doch da ist noch etwas: „Das andere ist Charisma. Sie hat eine unheimlich gute Ausstrahlung, ist positiv, lacht, wenn sie spielt. Es sieht aus, als hätte sie Freude und ich weiß, sie hat Freude am Spielen. Und genau das infiziert das Publikum, das zuguckt.“

Diese Kombination ist selten. Aber Eva hat sie und ich hoffe, dass sie sie hier in Hamburg auch zeigen kann.

Andrea Petkovic über Eva Lys: "Diese Kombination ist selten!"

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„In Hamburg sieht man die Zukunft des Tennis!“

Mit der Verkündung des neuen Namens sowie der ersten Spielerin startete auch der Ticketverkauf für das Damenturnier am Rothenbaum. „Mir ist wichtig, dass hier jeder zuschauen kann. Deshalb gibt es spezielle Angebote“, betonte Reichel nochmal. Ab 25 Euro starten die Verkaufspreise. Mit einem entsprechenden Rahmenprogramm möchte Reichel mit ihrem Team auch weitere „Säulen“ wie den Nachwuchs, Inklusion, Nachhaltigkeit und Familien abdecken und somit verschiedenste Besuchergruppen anlocken.

Im Fokus soll aber auch die Sichtbarkeit der Frauen und des Frauensports stehen. Neben Petkovic und Lys haben am Rothenbaum in der Vergangenheit schon zahlreiche Topstars aufgeschlagen – was sich die Turnierbotschafterin Petkovic auch in diesem Jahr wünscht. „Ich sage immer, hier in Hamburg sieht man die Zukunft des Tennis. Wir haben Danielle Collins schon in Hamburg gesehen, da hat sie im Halbfinale verloren. Ein Jahr später stand sie im Australian Open-Finale und hat danach Miami gewonnen.“

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Ein weiteres Beispiel ist Mirra Andreeva, die 2024 im Alter von 17 Jahren ihren ersten WTA-Titel in Iasi gewann. Iasi war das Turnier, das die Lizenz von Hamburg für ein Jahr übernommen hatte. „Jetzt ist sie die Nummer sechs der Welt, hat Dubai und Indian Wells gewonnen, gleich zwei 1000er-Turniere hintereinander“, so Petkovic.

Wenig verwunderlich also, dass Pektovic, wenn sie nach den Sternen greifen und sich eine Spielerin aussuchen könnte, die 2025 neben Lys in Hamburg aufschlägt, Andreeva wählen würde.

„Ob es Spielerinnen sind, die von einer Verletzung zurückkommen oder 18-, 19-Jährige, die gerade auf dem aufsteigenden Ast sind. Sie kommen alle nach Hamburg, versuchen da die ersten WTA-Punkte abzugreifen. Und manchmal gibt es auch eine Top-10-Spielerin, die nochmal auf Sand spielen will“, so die 37-Jährige.

„Hier in Hamburg sieht man über die Stars bis zur nächsten Generation alles, was man braucht. Und das Tennis ist immer Weltklasse“, sagte sie.