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Eigentlich konnte die Karriere von der deutschen Nachwuchsspielerin Mina Hodzic in letzter Zeit kaum besser laufen: Während sie vor genau einem Jahr (1. April 2024) noch auf Platz 1050 in der Weltrangliste stand, ging ihr Weg durchs Ranking seitdem nahezu kontinuierlich nach oben. Mittlerweile findet sich die 22-Jährige mit Rang 404 so weit oben wieder wie nie zuvor. Jetzt muss sie allerdings eine Zwangspause einlegen: Die International Tennis Integrity Agency (ITIA) hat die Deutsche für drei Monate gesperrt.

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Warum sperrt die ITIA Mina Hodzic für drei Monate?

Die ITIA schreitet dann ein, wenn ein Spieler oder eine Spielerin die Integrität des Sports angreift – entweder durch Doping oder durch Korruption. Hodzic selbst wirft die Organisation weder noch vor. Anders sieht das allerdings bei einem Coach aus, mit dem Hodciz zusammengearbeitet hat.

Dabei geht es um ein Training, das im Herbst des vergangenen Jahres in Barcelona stattfand. In der Erklärung der ITIA zu dem Fall heißt es:

Hodzic wurde zuvor von der ITIA davor gewarnt, sich von Jordi Marse-Vidri trainieren zu lassen. Marse-Vidri ist ein ehemaliger Tennisspieler, der eine 15-jährige Sperre verbüßt, die im Jahr 2035 auslaufen wird. Im Oktober 2024 nahm Hodzic jedoch an einer Trainingseinheit mit Marse-Vidri bei einer Veranstaltung in Barcelona, Spanien, teil.

Marse-Vidri ist seit 2020 von jeglichen offiziellen Tennis-Events gebannt. Unter anderem, weil er den Ausgang von sechs seiner Matches als Spieler bewusst beeinflusst haben soll, um Wetten darauf zu vereinfachen. Diese Sperre greift aber nicht nur für seine eigene Karriere als aktiver Spieler, sondern auch für etwaige Coaching-Tätigkeiten für andere aktive Spielerinnen und Spieler, und ist noch bis 2035 gültig.

Training trotz Warnhinweis der ITIA

Weil Marse-Vidri und Hodzic aber dennoch – und offenbar trotz einer Warnung der ITIA – gemeinsam auf den Trainingsplatz gegangen sind, muss die Deutsche die Folgen nun ausbaden. Neben der dreimonatigen Sperre muss sie eine Strafe von 1.000 US-Dollar zahlen. Hodzic hat gegen die Entscheidung keine Berufung eingelegt.

Die Strafe gegen die Deutsche ist seit dem 7. März wirksam. Ab dem 6. Juni darf Hodzic wieder bei offiziellen Turnieren antreten. In der Zwischenzeit ist sie von jeglichen Events der großen Tennisorganisationen (ATP, ITF, WTA, Tennis Australia, Fédération Française de Tennis, Wimbledon und USTA) sowie aller nationalen Verbände gebannt.

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Fall weckt Erinnerungen an Elena Rybakina und Stefano Vukov

Zuletzt sorgte ein Fall um einen mittlerweile gesperrten Coach für Aufsehen, in dem mit Elena Rybakina eine absolute Top-Spielerin verwickelt war. In diesem Fall traf die Sperre aber nicht die Spielerin, sondern nur ihren Coach Stefano Vukov. Er war mit umstrittenen Coaching-Methoden in Kritik geraten: Barbara Schett sprach in einem Interview mit dem kicker zuletzt etwa davon, dass Vukov Rybakina „gebrainwashed“ und „mental missbraucht“ habe. Viele öffentliche Informationen gibt es im Zusammenhang mit seiner Sperre, die im Übrigen nicht die ITIA, sondern die WTA ausgesprochen hat, nicht. Die Sperre soll allerdings ein Jahr dauern.