Wird Sabalenka drei Australian-Open-Titel in Folge holen? Oder holt sich Keys die lang ersehnte Krone?

„Das war eine der härtesten Niederlagen meiner Karriere“, sagte Sabalenka wenige Wochen nach ihrer Finalniederlage, durch die sie ihren Australian-Open-Titel 2025 nicht zum zweiten Mal in Folge verteidigen konnte. Mit 6:3, 2:6, 7:5 setzte sich Madison Keys vor knapp zwei Monaten gegen die Belarussin durch, um sich den ersten Grand-Slam-Titel ihrer Karriere zu sichern.

„Noch eine Woche danach habe ich ständig über das Match nachgedacht“, gestand Sabalenka. Bereits Sekunden nachdem Keys ihren zweiten Matchball verwandelt hatte und vor Freude strahlte, ließ Sabalenka noch auf dem Platz ihren Emotionen freien Lauf und zertrümmerte ihren Schläger. Unter Tränen verließ sie wenige Minuten später das Arthur Ashe Stadium in Melbourne, um sich kurz vor der Siegerehrung zu sammeln.

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Sabalenka: „Für mich ist es eine Motivation, diese Revanche zu bekommen!"

Doch auch wenn Sabalenka noch einige Tage an der Niederlage zu knabbern hatte, startete sie bei den nächsten Turnieren wieder mit klarem Kopf – wie sie selbst behauptete: „Ganz ehrlich, wenn ich zurückblicke und über die zwei verlorenen Spiele [im letzten Satz] nachdenke, habe ich nichts falsch gemacht. Sie hat einfach völlig irre gespielt. Es war ihr Tag – da gibt es nichts zu bereuen.“

Bei den beiden 1000er-Turnieren in Qatar und Dubai steckte die dreifache Grand-Slam-Siegerin aber dennoch in einer Formkrise und kassierte zwei frühe Niederlagen. Jetzt, in Indian Wells, ist die 26-Jährige aber wieder zurück auf ihrem gewohnten Niveau und kämpfte sich mit Siegen über McCartney Kessler, Lucia Bronzetti, Sonay Kartal und Liudmila Samsonova ohne Satzverlust bis ins Halbfinale.

Dort erwartet sie nun ihre langersehnte Revanche gegen Keys. „Ich bin wirklich aufgeregt“, sagte Sabalenka nach ihrem Viertelfinal-Sieg über Samsonova. „Ich hoffe, dass ich ein bisschen besser spielen werde als in Australien.“

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Angst vor der nächsten Begegnung mit der US-Amerikanerin, die noch im Januar ihren großen Traum von dem dritten Australian Open-Titel zerstört hatte, hat die Belarussin aber nicht – ganz im Gegenteil. „Für mich ist es eine Motivation, diese Revanche zu bekommen. Es war ein hartes Match, sie hat dort großartig gespielt. Ich habe aber nicht meine beste Partie absolviert“, blickte sie zurück. „Deshalb bin ich wirklich glücklich, dass ich morgen die Gelegenheit haben werde, mich zu revanchieren.“

Anders als ihre Halbfinalgegnerin spielt Madison Keys in Indian Wells ihr erstes Turnier nach ihrem größten Karriereerfolg. Noch kurz vor dem Turnierstart waren sich viele Tennis-Experten unsicher, ob die US-Amerikanerin nun mit ihrem neu gewonnenen Selbstbewusstsein aus Melbourne weiterglänzen oder ob sie bei dem 1000er-Turnier in der kalifornischen Wüste an dem Druck zergehen würde.

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Auch in Indian Wells zeigt sich Madison Keys nach wie vor in guter Form. Mit ihrem Einzug ins Halbfinale sicherte sie sich ihren 16. Sieg in Folge in diesem Jahr.

Auch in Indian Wells zeigt sich Madison Keys nach wie vor in guter Form. Mit ihrem Einzug ins Halbfinale sicherte sie sich ihren 16. Sieg in Folge in diesem Jahr.

Kann Sabalenka die Siegesserie von Keys stoppen?

Doch auch wenn die 30-Jährige in ihrem Zweit- und Dritt-Runden-Matches gegen Elise Mertens und Donna Vekic kurzzeitig in Schwierigkeiten geriet, behielt sie schlussendlich in beiden Matches die Überhand. Im Viertelfinale setzte sie sich am Donnerstag dann gegen Belinda Bencic durch, die nach ihrem Comeback nach der Babypause eine echte Hochphase erlebt. Nichtsdestotrotz fegte Keys in nur 65 Minuten mit 6:1, 6:1 über die Schweizerin hinweg und machte somit ihren 16. Sieg in Folge klar.

Darauf angesprochen und ob Keys noch wüsste, wie es sich anfühlt, zu verlieren, entgegnete sie aber wie gewohnt bodenständig: „Natürlich weiß ich noch, wie sich Verlieren anfühlt. Das ist wahrscheinlich etwas, das man nie wirklich vergisst. Ich glaube nicht, dass ich jemals eine so lange Siegesserie hatte, aber ich würde sie natürlich gerne noch verlängern.“

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Dabei wird Keys, die in Indian Wells vor Heimpublikum spielt, natürlich reichlich Support erfahren – was auch Sabalenka bewusst ist. „Ich hoffe, dass ihr mich auch morgen ein bisschen unterstützt“, sagte die Belarussin am Donnerstag deshalb schmunzelnd zum Publikum in Kalifornien. „Bitte, supportet nicht nur Madison“, flehte sie schon fast – lachte dabei aber herzlich.

Die Neuauflage des Australian-Open-Endspiels von 2025 steigt dann ab circa 02:00 Uhr in der Nacht von Freitag auf Samstag (deutscher Zeit).