Elina Svitolina steht in Indian Wells im Viertelfinale.

Für Elina Svitolina könnte es sportlich in Indian Wells kaum besser laufen. Nach Siegen gegen Ashlyn Krueger (6:1, 6:7, 6:3), Danielle Collins (6:2, 6:4) und die an Position vier gesetzte Jessica Pegula (5:7, 6:1, 6:2) steht sie im Viertelfinale der BNP Paribas Open. Dabei erfährt sie im Moment besonders viel Solidarität von den amerikanischen Fans im „Tennis Paradise“.

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„Ich habe das Gefühl, dass ich seit diesem Treffen im Oval Office viele Nachrichten der Unterstützung von Amerikanern bekommen habe. Und auch viele Leute hier vor Ort haben den Ukrainern Liebe und Unterstützung für die Menschen gegeben, die zu Hause in der Ukraine sind“, sagte Svitolina nach ihrem Triumph gegen Pegula. Bei dem Treffen, das sie ansprach, hatte Trump mehr Dankbarkeit von der Ukraine gefordert. Anschließend fuhr er die US-amerikanische Unterstützung für das kriegsgebeutelte Land drastisch nach unten.

Zuvor hatte sich Svitolina auch schon per Social Media für den Support der Zuschauer vor Ort in Indian Wells bedankt:

Liebe Freunde in den USA. Von tiefstem Herzen, danke für eure unbeirrbare Unterstützung. Eure Freundlichkeit und Solidarität erinnert mich daran, dass wir selbst in den dunkelsten Zeiten nicht alleine sind. Euer Mitgefühl facht unsere Hoffnung an und inspiriert uns, zusammen weiter eine hellere Zukunft anzustreben!

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Dass sie trotz der schrecklichen Lage in ihrer Heimat Ukraine so gutes Tennis spielen und bis ins Viertelfinale vorrücken konnte, liegt neben der Unterstützung der Fans auch an einigen weiteren Faktoren. „Ich versuche, meine Zeit aufzuteilen“, erzählt Svitolina. „Ich checke immer noch jeden Tag die Nachrichten, gerade jetzt, wo es viele Nachrichten gibt. Ich nehme mir dafür Zeit, aber auch für Tennis. In der Trainings und Erholungsphase schalte ich alles andere ab.“

Auch freie Stunden mit ihrer Familie zu verbringen, hilft ihr dabei, die Situation in ihrer Heimat ausblenden zu können. „Ich habe meine Tochter hier. Gael ist auch hier. Dadurch fühle mich frischer.“ Und durch diese Zeit, in der die Gedanken ganz bei der Familie sein können, spürt sie wieder gute Energie, wenn sie auf dem Platz performen muss. „Ich habe das Gefühl, dass ich gut spielen muss. Das ist etwas, das ich versuche, für mein Land zu tun.“

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Um genau diese Zeitaufteilung zwischen Nachrichten aus ihrer Heimat dem Tennissport und ihrer Familie zu lernen, hat sie mit einer Psychologin zusammengearbeitet: „Sie hat mich wirklich in diese Planung eingeführt, wie ich die Dinge priorisieren muss. Das hilft mir zu wissen, was in diesem Moment wichtig ist.“

Von Kriegsbeginn an war Svitolina eine der lautesten Stimmen auf der Tour, die auf die Missstände in der Ukraine aufmerksam gemacht haben. Bis heute gibt sie ihren russischen Gegnerinnen am Netz nicht die Hand. Die Situation sei sehr, sehr stressig für ihre Familie in der Heimat. Sie selbst versucht, so oft wie möglich ihre Familie in Odessa zu besuchen. Wann immer sie Zeit in ihrem Terminkalender hat, reist Svitolina zurück in die Ukraine, um ihre Familie zu sehen und auch Arbeit für ihre Stiftung „Svitolina Foundation“ zu leisten, die ukrainische Nachwuchssportler unterstützt.

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Für Svitolina geht es nun gegen die an Position neun gesetzte Russin Mirra Andreeva in Indian Wells weiter. „Natürlich ist es nicht leicht. Ich versuche einfach, nicht darüber nachzudenken. Ich versuche mich auf mein Spiel zu konzentrieren, meine Routinen durchzuziehen, mich darauf vorzubereiten, dass es nicht einfach wird“, sagte Andreeva vor der Partie, die in der Nacht von Donnerstag auf Freitag deutscher Zeit steigen wird.