Mit dem Sieg über Mirra Andreeva bei den Miami Open 2025 feierte Amanda Anisimova ihren zehnten Sieg gegen eine Top-Ten-Spielerin.

Wer sagt, Damen-Tennis sei langweilig, der hat definitiv am Sonntagabend die aufreibende Partie zwischen Mirra Andreeva und Amanda Anisimova verpasst. Denn sowohl die Zuschauer im Hard Rock Stadium als auch jene zu Hause vor den Fernsehern wurden mit der besten Unterhaltung verwöhnt. Dabei ging es aber nicht ausschließlich um das hochklassige Tennis, das beide Spielerinnen zeigten.

Aber von vorne: Bereits vor Start der Dritt-Runden-Partie zwischen Anisimova und Andreeva wurde die Ansetzung hoch angepriesen. Die US-Amerikanerin hatte erst vor wenigen Wochen das 1000er-Turnier in Katar gewonnen. Und die 17-jährige Andreeva betrat den Court mit einer Siegesserie von 13 Matches sowie den 1000er-Titeln aus Dubai und Indian Wells. Es trafen also zwei Spielerinnen aufeinander, die in den vergangenen Wochen mit Höchstleistungen glänzten.

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In Indian Wells 2025 sicherte sich die 17-jährige Mirra Andreeva ihren zweiten 1000er-Titel.

In Indian Wells 2025 sicherte sich die 17-jährige Mirra Andreeva ihren zweiten 1000er-Titel.

Doch als das Match dann am Sonntag startete, war vorerst von diesen Höchstleistungen wenig zu sehen. Beide Spielerinnen machten zahlreiche unerzwungene Fehler und konnten ihre Breakchancen nicht verwerten. Die Frustration beider Spielerinnen konnte man problemlos ablesen. Die junge Russin ließ ihren Schläger ihr Ärgernis spüren, Anisimova blickte hingegen immer wieder verzweifelt gen Himmel.

Unterdessen machte die 17-Jährige aber auch früh klar, dass sie Probleme hatte. Sie klagte darüber, nicht richtig atmen zu können, weil sie Bauchschmerzen hatte. Sie ließ zwar den Physio auf den Platz kommen, spielte aber auf Anweisung ihrer Trainerin Conchita Martinez weiter. „Das wird vorübergehen“, versuchte die Spanierin ihren jungen Schützling zu motivieren.

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„Natürlich war es nicht ideal, ich denke, es hat den Rhythmus des Matches ein wenig unterbrochen, weil wir gerade erst angefangen hatten“, sagte Anisimova über Andreevas Physio-Behandlungen.

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Andreeva verärgert: "Wir wissen alle warum!"

Aber die Partie kam schließlich in Fahrt und beide Spielerinnen unterhielten die Tennisfans mit einem prophezeiten Dritt-Runden-Knaller. Nachdem Anisimova den ersten Satz nach 67 Minuten im Tiebreak für sich entschied, kämpfte sich die junge Russin im zweiten Durchgang überragend zurück und holte zum Satzausgleich auf.

Doch die zweifache 1000er-Siegerin Andreeva begann im dritten Durchgang erneut zu zittern und kassierte ein frühes Break. Als sie beim Spielstand von 1:3, 40:40 servieren wollte, folgte aber eine eher ungewöhnliche Unterbrechung.

Anisimova eilte nämlich zur Schiedsrichterin und bestellte einen Physio. Der Grund: eine Blase an der Schlaghand. Verwundert blickte die 17-Jährige umher. Denn die Tatsache, dass Anisimova während des Spiels eine Pause einlegte, ist im Tennissport eher selten zu sehen. „Ich kann das tun, wenn es akut ist“, begründete die US-Amerikanerin richtigerweise.

Andreeva war dennoch verärgert: „Wir wissen alle, warum“, sagte sie zur Schiedsrichterin. Sie ging der Annahme nach, dass ihre 23-jährige Gegnerin ihren Rhythmus brechen wolle.

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„Ich kann, wenn es akut ist“: Amanda Anisimova rechtfertigt MTO in der Mitte des Spiels gegen Mirra Andreeva in Miami

Anisimova reagiert via Instagram

Unterdessen ließ sich Anisimova den Finger mit Tape einbinden und war schließlich bereit, weiterzuspielen. Wie hitzig es dann weiterging, zeigte die Reaktion von Anisimova, die den ersten Punkt nach der kurzen Unterbrechung holte. Denn sie sonst eher ruhige US-Amerikanerin ballte motiviert die Faust. Zwar konnte Andreeva dennoch das Aufschlagspiel für sich entscheiden, das Break holte sie aber nicht mehr auf, sodass Anisimova nach zwei Stunden und 51 Minuten als Siegerin vom Platz ging.

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Das Drama auf dem Platz kommentierte Anisimova später: „Meine Haut am Finger ist eingerissen“, so die 23-Jährige. „Wenn man eine akute Verletzung hat, darf man eine Auszeit nehmen. Also habe ich das getan.“

Auch via Instagram bezog Anisimova in ihrer Story weiter Stellung. Dort veröffentlichte sie nämlich ein Video von der Blase an ihrem Mittelfinger und schrieb dazu: „Wir wissen alle, warum“ beim Stand von 3:1 war ein guter Spruch nach dem 1:2 im ersten Satz 😂😂🤣.“ Womit sie auf das Medical-Timeout der 17-Jährigen im ersten Satz anspielte.

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Für Andreeva platzte mit dem Aus gegen Anisimova damit der Traum vom Sunshine-Double-Sieg in diesem Jahr. Die US-Amerikanerin hat hingegen die Chance, ihre erfolgreiche Saison fortzusetzen. Für die an Position 17 gesetzte Spielerin geht es am Montagabend (deutscher Zeit) gegen die US Open-Siegerin von 2021, Emma Raducanu, weiter. Die beiden Spielerinnen trafen bereits vor knapp drei Monaten in der zweiten Runde der Australian Open 2025 aufeinander. Damals setzte sich Raducanu mit 6:3, 7:5 durch.