Dustin Brown gab den Fans immer einen Grund zum Zuschauen. Seine einzigartige Art, Tennis zu spielen, fesselte die Zuschauer im Stadion, die Zuschauer vor dem Fernseher und seine Gegner gleichermaßen, denn man wusste nie, was als Nächstes kommen würde. Doch fast wäre es für Brown gar nicht dazu gekommen: Die hohen Kosten auf der Profi-Tour im Tennis hätten seine Reise fast zum Scheitern gebracht, bevor sie überhaupt begonnen hatte.

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In der Sendung "Second Serve" auf Tennis Channel 2 stieß Brown zu Nick Monroe, Jimmy Arias, Tracy Austin und Gastgeber Geoff Chizever, um seine Geschichte zu erzählen, wie er sich als Kind einer deutschen Mutter und eines jamaikanischen Vaters den Weg zu einem Match erkämpfte, das für immer als Tennis-Historie weiterleben wird: das Match gegen Rafael Nadal in Wimbledon.

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Brown erreicht ein Karrierehoch von Rang 64 im Einzel und gewann zwei Titel im Doppel.

Brown erreicht ein Karrierehoch von Rang 64 im Einzel und gewann zwei Titel im Doppel.

Brown verbrachte als Kind einige Zeit in Deutschland und Jamaika und war in verschiedenen Sportarten sehr erfolgreich. Aber seine Leidenschaft für Tennis war größer als alles andere, und er verfolgte diesen Traum mit Passion. Brown mangelte es vielleicht an den nötigen Mitteln, aber nicht an Entschlossenheit. Er reiste in einem Volkswagen-Wohnmobil und bespannte darin fremde Schläger, um sich ein bisschen dazu zu verdienen.

„Tatsächlich hatte meine Mutter die Idee mit dem Wohnwagen. Die erste Runde bei einem Future-Turnier zu verlieren, brachte damals 117.50 US-Dollar ein. Das war im Prinzip genug Geld, um das Wohnmobil zu aufzutanken und zum nächsten Turnier zu fahren“, erinnerte sich Brown.

Ich habe Schläger für andere Spieler bespannt. Ich glaube, der örtliche Besaiter hat zehn Euro genommen, ich fünf.

„Das waren andere Zeiten, aber das war das, was mich hierher gebracht hat“, fuhr er fort.

Der Weg dorthin war beschwerlich, aber letztendlich schaffte Brown es bis zu den großen Turnieren. Er erreichte im Einzel von Karrierehoch von Rang 64 und gewann in seiner langen Karriere zwei Doppeltitel. Er verdiente sich das Recht, an allen vier Grand Slams teilzunehmen, und sorgte 2015 für eine der größten Überraschungen in der Geschichte von Wimbledon.

Der Schauplatz war der heilige Boden des All England Club und sein Gegner in der zweiten Runde war Rafael Nadal. Brown schaffte das Undenkbare und besiegte die spanische Legende in vier bemerkenswerten Sätzen.

„Ich bin froh, dass ich es geschafft habe und konzentriert bleiben konnte. Was macht es für einen Sinn, mit ihm von der Grundlinie aus in die Ballwechsel zu gehen?“, sagte er mit einem Lächeln. „Mein Trainer hat damals gesagt: 'Wenn du zwei Punkte Vorsprung hast, musst du zwei erste Aufschläge schlagen.'"

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"Was macht es für einen Sinn, mit ihm von der Grundlinie aus in die Ballwechsel zu gehen? Mein Trainer hat damals gesagt: 'Wenn du zwei Punkte Vorsprung hast, musst du zwei erste Aufschläge schlagen.'"

"Was macht es für einen Sinn, mit ihm von der Grundlinie aus in die Ballwechsel zu gehen? Mein Trainer hat damals gesagt: 'Wenn du zwei Punkte Vorsprung hast, musst du zwei erste Aufschläge schlagen.'"

Brown verdiente sich an diesem Tag viel Respekt und durch seinen Spielstil und seine Herangehensweise an das Spiel erntete er weiterhin die Bewunderung seiner Kollegen und Fans gleichermaßen. Es gab keinen bestimmten Moment, ab dem er das Gefühl hatte: "Jetzt bin ich auf der ATP-Tour angekommen, jetzt gehöre ich hier hin." Aber wie er Monroe erklärte, vertraute er irgendwann einfach darauf, dass er mit seinem Tennis mit den besten Tennisspielern der Welt mithalten konnte.

„Alle Spitzenspieler, die ich geschlagen habe, habe ich aus ihrer Komfortzone geholt und sie gezwungen, mein Tennis zu spielen“, erklärte Brown. „Ich musste auch akzeptieren, dass es Tage gab, an denen die Bälle überall hinflogen, nur nicht ins Feld. Aber an manchen Tagen, eher zum Ende meiner Karriere hin, gingen die Bälle dann doch mehr rein. Das – und meinen Spielstil – zu akzeptieren, hat mir sehr geholfen, glaube ich."

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Fans, die es genossen haben, wie Dustin Brown den Tennisplatz zum Leuchten gebracht hat, werden auch dieses Interview bei "Second Serve" genießen. Dustin Brown spricht über das Ende seiner Spielerkarriere, den Übergang in ein Leben nach dem Tennis und über die Menschen, zu denen er aufschaute, als er seine Liebe zum Tennis entdeckte.

Im Sommer wird Brown wieder in der Tennis Channel Bundesliga antreten: Diese Spieler sind dabei